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Ambient Assisted Living - Wie Smart Homes Senioren im Alltag unterstützen können

Aktualisiert: Apr 29


Ambient Assisted Living: Unterstützung der Senioren durch Smart Home
(Bild: Vlada Karpovich von Pexels)

Denkt man an Smart Homes – ein Thema, welches selbst zu vielen jüngeren Generationen noch nicht vollständig durchgedrungen ist, kommt einem zu selten der Mehrwert der Systeme für Senioren in den Sinn. Schließlich sind Menschen im hohen Alter, oft nicht mehr so empfänglich für die Nutzung neuer Technologien. Viele technische Innovationen erscheinen ihnen schlicht überflüssig oder zu kompliziert in der Bedienbarkeit. Dass aber gerade Senioren eine der Hauptzielgruppen für Smart Homes sind, erscheint bei genauerer Betrachtung eigentlich logisch. Wir zeigen Ihnen, was das ideale Smart Home für Senioren ausmacht und welche Komponenten es braucht.

Der Sammelbegriff Ambient Assisted Living (oder kurz AAL) umfasst alle Anwendungen, Geräte usw., welche Senioren oder auch Menschen mit Einschränkungen zu Hause unterstützen, indem sie ein weitgehend unabhängiges Wohnen bzw. Leben ermöglichen. Dabei kommen hauptsächlich Smart Home Systeme zum Einsatz. Das Zusammenspiel der Komponenten des AAL kann oft sogar dazu beitragen den Umzug in eine Pflegeeinrichtung abzuwenden - zu Hause fühlt man sich schließlich doch am wohlsten.


Smart Home Steuerung leicht gemacht


Auch wenn es oft als eine der Haupthürden angeführt wird, so ist das Thema Steuerung von Smart Home Geräten keinerlei Hexenwerk. Die Bedienung der Geräte im Smart Home System wird schließlich immer intuitiver, wie z.B. durch die Implementierung von Sprachsteuerung. Smart Speaker wie Amazon Echo, Google Nest oder Apple HomePod haben integrierte Sprachassistenten, die Sprachbefehle verarbeiten können. Damit bedient man die smarten Funktionen der Speaker oder anderer vernetzter Geräte im Smart Home. So lassen sich Smart Phones oder andere Geräte mit Touchscreen als Fernbedienung einfach vermeiden, falls deren Bedienung den betreffenden Personen zu schwerfallen sollte. Als Alternative können auch Universalschalter genutzt werden, die in der Regel ein sehr simples Buttonlayout besitzen. Die Implementierung einfacher Bedienkonzepte hat im Bereich AAL höchste Priorität – was nützen einem die Geräte schließlich, wenn man sie nicht zu nutzen weiß?





Welche Systeme eignen sich für Ambient Assisted Living?


Ein Smart Home bietet eine Menge Lösungen für Alltagsprobleme innerhalb der eigenen vier Wände. Viele dieser praktischen Komponenten sind nicht ausschließlich für Senioren entwickelt, doch bedeuten gerade für diese Nutzergruppe eine große Bereicherung. Zusätzlich bietet der Markt noch viele Lösungen, die genau auf die Ansprüche der Senioren zugeschnitten sind. Ein paar Anregungen für ein solches Smart Home für Senioren erwartet Sie im Folgenden.


Smart Home Sicherheitssysteme


Die Haustür – Der Eintritt ins seniorengerechte Smart Home

Einen Schlüssel zu nutzen, kann für Leute mit Arthritis oder Gicht bereits große Schwierigkeiten bereiten. Zitternde Hände, oder zuvor den Schlüssel verlegt zu haben, sorgen für Probleme. Im Smart Home Bereich gibt es für solche Fälle eine großartige Lösung: Elektrische Türschlösser sind einfach zu bedienen und machen Schlüssel letztlich obsolet. Geräte wie das NUKI Smartlock ermöglichen die Schlüssellose Türöffnung per Bluetooth auf dem Handy. Dafür ist keine Handhabung mit dem Smart Phone nötig, welche Senioren Probleme bereiten könnte – das smarte Schloss erkennt anhand des Bluetooth Signals automatisch, dass man sich in Reichweite der Haustür befindet und öffnet sich somit automatisch. Genauso intuitiv funktionieren auch Türschlösser mit Fingerabdruckerkennung wie der Ekey uno Fingerprint. Dabei reicht es für das Entriegeln des Türschlosses aus, seinen Finger an einen Sensor zu halten. Mit dem Gerät können auch temporäre Zutrittserlaubnisse für beispielsweise Postboten oder Haushaltshilfen erteilt werden.



Mit einer smarten Türöffnung öffnet sich die Tür zu ihrem Smart Home per Fingerabdruckscanner.
(Bild: Amazon/EKEY)

Die Türöffnung per Fingerabdruckscanner ist einfach, intuitiv und erfordert keinen Schlüssel


Mit einer Türkamera können Sie sehen, wer sich vor der Tür Ihres Smart Homes befindet.
Türkamera (Bild: Amazon/Ring)

Auch vom Sofa aus sieht man mit einer Türkamera, wer sich am Eingang befindet


Smarthome: Mit Indoor Kameras lässt sich jederzeit ein Checkup-Videoanruf durchführen.
Indoor Kamera (Bild: Amazon)

Mit Indoor Kameras lässt sich jederzeit ein Checkup-Videoanruf durchführen



Hausnotrufsysteme

Hausnotrufsysteme kennt man aus Einrichtungen wie betreutem Wohnen oder Altersheimen. Hier sind Notrufknöpfe in den Wohnbereichen verteilt und können für schnelle Hilfe im Notfall gedrückt werden. Stürzt eine Person jedoch, ist ein betätigen des Knopfes vielleicht nicht mehr möglich. Besser sind da schon Halsketten mit angehängtem Alarmknopf, welche aber oft als störend empfunden werden.


Notrufarmbänder sind eine bequeme Alternative - auch für die Nutzung außerhalb einer Senioreneinrichtung. Die Armbänder sind oft gewollt klobig, aber schlicht gehalten und besitzen nur wenige Knöpfe. Auf dem Gerät befindet sich zumindest immer ein zentraler Notrufbutton, der dann eine hinterlegte Notrufnummer wie die eines Notarztes oder einer Ambulanz wählt. Auch können die Armbänder wie ein Handy genutzt werden, um Gespräche zu führen. Hierfür benötigt man eine klassische Simkarte, am besten prepaid, wenn man nicht sehr viel damit telefoniert. Produkte wie das M-Guard Notrufarmband lassen sich über GPS orten und kommen mit integrierter Geofence-Funktion. Sie erlaubt es, einen bestimmten Bereich abzustecken, in dem sich der Träger bewegen darf. Verlässt der Träger diesen Bereich, werden Angehörige direkt benachrichtigt. Für Personen mit Demenz, die sich verirren können, ist das eine wichtige Funktion.


Gadgets für die Gesundheit


Gesundheitstracking mit Smart Watches

Die Überwachung des Gesundheitszustandes ist mit smarten Geräten so einfach wie nie zuvor. Vereinfacht wird besonders die Speicherung von Gesundheitsdaten, die beim nächsten Arztbesuch von Interesse sein könnten. Smart Watches können viele dieser Daten sammeln, abspeichern und später für Analysezwecke zur Verfügung stellen. Sportliche Aktivitäten, die im Alter zwar immer schwieriger fallen, aber dennoch unerlässlich bleiben, werden mithilfe von Smart Watches besser koordiniert. Mögliche Funktionen von Smart Watches sind Schrittzähler, Schlafüberwachung, Pulsmesser, GPS-Tracker und vieles mehr. Im Internet findet man viele Smart Watches schon zum kleinen Preis für sogar unter 50 Euro. Bei diesen Angeboten ist jedoch etwas Vorsicht geboten. Auf Amazon zum Beispiel findet man eine Vielzahl von Produkten unbekannter Hersteller, die viel versprechen, aber nicht viel davon einhalten. Solide Smart Watches sind preislich bei 150 Euro und mehr angesiedelt. Wenn es um die verlässliche Aufzeichnung gesundheitlicher Daten geht, sollte man daher nicht auf Sparprodukte zugreifen.


Digitale Haushaltshelfer im Smart Home


Smart Home Geräte für die eigenen vier Wände

Selbst alltägliche Aufgaben im Haushalt werden im hohen Alter zunehmend zur Schwierigkeit. Den Fußboden saugen, die Fenster putzen – das und vieles mehr kann für Leute im hohen Alter oder auch mit Handicap eine große Hürde darstellen, da eine gewisse körperliche Flexibilität von Nöten ist. Haushaltshilfen sind jedoch auf Dauer teuer. Investiert man einmalig in eine smarte technische Alternative, bedeutet das auf lange Sicht eine echte Ersparnis.

Um die Bodenpflege kümmern sich Saug- und Putzroboter. Ab einem Preis von ca. 70 Euro sind manche Modelle bereits zu erwerben. Smart Home fähige Roboter, die in Sachen Intelligenz und Bedienungsfreundlichkeit ansprechend sind, benötigen eine Investition von mindestens 300-400 Euro. Jene höherpreisige Geräte besitzen über die Saugfunktion hinaus oft auch die Möglichkeit, Böden nicht nur zu saugen, sondern auch gleichzeitig zu wischen.


Staubsaugerroboter können die meisten Bodenoberflächen in Ihrem Smart Home effizient reinigen.
(Bild: Lefant/Amazon)

Ein Saugroboter hält die Böden Ihres Smart Homes sauber.



Es ist faszinierend, automatischen Fensterputzrobotern bei der Arbeit zuzusehen. Wie eine Art Saugfisch bewegen sie sich über die Fensterscheibe. Bedenkt man, wie gefährlich Fensterputzen im Alter aufgrund der Sturzgefahr sein kann, ist der Kauf eines solchen Roboters auf alle Fälle eine Überlegung wert. Preislich bewegen sich die praktischen Haushaltshelfer in einem Spektrum von 200-400 Euro.


Smarte Unterstützer für den Outdoorbereich

Viele Senioren, die einen Garten haben, wollen diesen nur ungern aufgeben. Sie finden Entspannung in der Natur und genießen den Zugang zur frischen Luft. Sich um den Garten zu kümmern, wird mit zunehmendem Alter jedoch immer schwieriger. So kann der Garten schnell zur Last anstatt zum Erholungsort werden.

Allein das Rasenmähen kann schon sehr anstrengend sein, besonders wenn der Rasenmäher etwas wuchtiger ist. Einfacher hat man es da schon mit einem Mähroboter wie z.B. von Gardena, der vollkommen automatisiert ist und das Rasenmähen übernimmt. Hat man ein automatisches Bewässerungssystem, dann wird auch das manuelle Pflanzengießen mit dem Gartenschlauch obsolet. Für Gärten mit Pool eignet sich ein Poolroboter, der die Säuberung des Pools übernehmen kann.


Diese und noch viele weitere Anwendungen sind im Smart Home vor allem für Leute mit Handicap und für Leute im höheren Alter bereichernd. Dank Smart Home, ist für diese Leute ein Leben in weitgehender Unabhängigkeit möglich. Im Anbetracht des Mangels an Pflegekräften und der hohen laufenden Kosten beim Bewohnen von Pflegeeinrichtungen, stellt Smart Home eine wichtige Entwicklung dar, die die Zukunft maßgeblich beeinflussen wird.

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