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Datenschutz im Smart Home – Wie Sie Ihr Smart Home einfach sicherer machen

Datenschutz im Smart Home ist für viele ein sensibles Thema. Wie Sie Ihr Smart Home sicherer machen können, erfahren Sie hier.

Ein Smart Home integriert sich als Helfer sowie Zuhörer im Alltag und lernt Bedürfnisse und Gewohnheiten kennen, um sein Potenzial bestmöglich entfalten zu können. Doch der Umgang mit einer solchen Menge an persönlichen Daten sorgt bei Verbrauchern immer häufiger für Unsicherheiten darüber, wie die eigenen Daten geschützt werden, welche Daten von Konzernen wie Amazon und Google überhaupt gesammelt werden können und inwieweit sie die eigenen vier Wände verlassen können.


Die Lampe, der Staubsauger, Kühlschrank, Fernseher und Sprachassistent stehen in einem Smart Home nicht nur in einem permanenten Austausch untereinander, sondern über die Netzwerkverbindung auch im Austausch mit ihrer jeweiligen Speicherzentrale. Dabei gibt es Smart-Home Geräte, die ihre gewonnenen Daten lokal oder auf den Servern ihrer Hersteller speichern, andere wiederum senden die Daten an die Cloud, wie es zum Beispiel bei Amazons Alexa der Fall ist. Dieses Sammeln und Verarbeiten von Daten ist ein essenzieller Teil für die Funktionalität von Geräten, die dem sog. Internet of Things (IoT), dem Internet der Dinge, zugeordnet werden. Es digitalisiert den privaten Bereich, indem alltägliche Gegenstände mit einem Netzwerk und eine Steuerungszentrale verbunden werden und besitzt durchaus Vorteile, die den Wohnkomfort steigern können. Bedenken bezüglich des Datenschutzes wurden in der Vergangenheit jedoch immer wieder geäußert.


Ist dieses Netz, beispielsweise durch die Verschlüsselung eines WLAN-Netzes oder seine Firewall, jedoch nicht ausreichend gesichert, bietet diese Technologie vielfältige Angriffsflächen für Hacker oder Manipulatoren, die von außen Zugriff auf personenbezogene Daten erlangen können. Aber auch nicht ausreichend entwickelte Produkte oder Produkte mit veralteter Software, die durch die rapide Expansion des Smart Home Marktes auftauchen, können ein Sicherheitsleck darstellen.


Unternehmen wie beispielsweise Apple, forcieren aufgrund solcher Bedenken gar nicht erst die Kompatibilität zu möglichst vielen Drittherstellerprodukten. Die Angewiesenheit von Smart Home Systemen auf persönliche Daten sollte mit einer strikten Datenschutzregelung gekoppelt sein, allerdings gibt es auf dem heterogenen Markt noch keine einheitlichen technischen Standards für Geräte, die diese zu 100% garantieren können. Die Angst vor einem möglichen Datenmissbrauch durch Dritte stellt auch noch einen bedeutenden Grund dar, der von dem Kauf eines Smart-Home Systems abschreckt. In einer Umfrage unter deutschen Konsumenten gaben 40% der Befragten an, das Teilen von Smart-Home-Nutzungsdaten grundsätzlich abzulehnen, während nur 14% angaben, dazu bereit zu sein.


Um die Sicherheit in Ihrem Smart Home zu erhöhen, gibt es einige Datenschutz-Einstellungen, welche Sie manuell anpassen können.

Um die Datensicherheit zu maximieren, muss man oft selbst manuell die Einstellungen ändern.



Wofür werden gesammelte Daten verwendet?


Ein Smart Home System kann die Zugangsdaten des Benutzers, die Seriennummer der angeschlossenen Geräte und steuerungsbezogene Daten sammeln, die Herstellern in einem wirtschaftlichen Kontext in erster Linie bei der Optimierung ihrer Systeme und Künstlichen Intelligenz helfen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. So werden die Daten eingespeist, um z.B. besseres Verständnis der KI für den Nutzer zu ermöglichen.

Wer den Google Assistant in seinem Smart Home nutzt und seine Daten für das Unternehmen freigibt, der kann davon ausgehen, dass diese größtenteils für Werbezwecke genutzt werden. 2019 machte Google knapp satte 162 Milliarden Dollar Umsatz, wobei der hauptsächliche Anteil durch die Schaltung von Werbeanzeigen generiert wurde. Gesendete Daten, versichert Google, werden dabei aber anonymisiert übermittelt und lassen deshalb keine Rückschlüsse auf die Person, von der sie kommen, zu. Gesetzlich untermauert wird diese These außerdem durch die neue DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung), die den Unternehmen ein solches Handeln strikt untersagt.





Verantwortung für Verbraucher


Tatsächlich kommt an dieser Stelle dem Verbraucher aktuell ein Stück der Verantwortung zu, wenn es um den Schutz der eigenen Daten geht. Anders gesagt, der Verbraucher muss nicht passiv um seine Daten und mögliche Eingriffe bangen, sondern besitzt die Möglichkeit, aktiv zu deren Schutz beizutragen. Mit dem verbindlichen Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 ist das Bewusstsein für Datenschutz glücklicherweise nicht nur bei Privatpersonen, sondern auch bei Unternehmen gestiegen, genauso wie die Anzahl an Quellen, die über diese Regelungen aufklären. Laut der DSGVO handelt es sich bei besagten personenbezogenen Daten um alle Informationen, mit der eine natürliche Person „identifiziert werden kann“ (Art. 4 Nr.1). Beispielsweise über den Namen, eine Online-Kennung, Standortdaten oder jegliche andere Informationen, die auf die physische, genetische, geistige oder soziale Identität und Lebensführung hinweisen. Ein Smart Home System verarbeitet ausschließlich Daten in diesem Segment. Das Sammeln solcher Daten darf aber nur unter Einwilligung des Verbrauchers geschehen und muss an einen Zweck gebunden sein, sowie sachlich behandelt werden. Die neue Verordnung gestaltet sich insgesamt auch nutzerfreundlicher und transparenter und räumt durch sog. „Betroffenenrechte“ Einzelpersonen mehr Hoheit über ihre Daten ein. Beispielsweise können durch das Auskunftsrecht von Unternehmen gespeicherte Daten angefragt werden.

Natürlich gilt dieser rechtliche Rahmen auch für die Nutzung von Smart Home Systemen, dennoch fehlt es an einer Datenschutzregelung, die sich im Detail mit ihrer technischen Komplexität auseinandersetzt. Beispielsweise in Bezug auf außereuropäische Hersteller, die ihre Daten auf Speicherorten in anderen Ländern oder in Cloud-Systemen speichern, für die die EU-DSGVO bzw. ein vergleichbarer Datenschutzstandard möglicherweise nicht gilt.


Wie man mit kleinen Handgriffen erhöhten Datenschutz erreicht


Wie sehen die Handlungsmöglichkeiten nun aus, die man hat, um den Schutz der eigenen Daten besser zu gewährleisten. Tatsächlich beginnt das bereits mit der Auswahl der Smart Home Produkte und -Hersteller, angefangen beim Recherchieren ihrer AGBs oder Profileinstellungen. Beispielsweise kann man bei Amazons Alexa mittels zugehöriger App oder im Amazon Konto die Funktion abstellen, dass Sprachaufnahmen an den Anbieter weitergeleitet oder zur Fütterung der KI verwendet werden. Eigene Aktivitäten kann man dabei jederzeit über den Verlauf abrufen und/oder löschen.


Die Mikrofone in den Amazon & Google Smart Speakern sind zwar immer aktiviert, übertragen Daten aber erst in Kombination mit dem obligatorischen Aktivierungswort. Wem das nicht sicher genug ist, der kann zwischenzeitlich auch mal die Stromzufuhr zum Mikrofon abschalten. Dazu befindet sich an allen Speakern nämlich ein entsprechender Knopf.


Vorsicht geboten ist auch bei der Installation von Alexa Skills oder Google Actions. Es soll vorgekommen sein, dass gewisse Anwendungen mit Schadsoftware versehen waren und somit Daten ungewollt freigaben. Ob Skills oder Actions seriös sind, kann man anhand von vorhandenen Datenschutzerklärungen der Anbieter ablesen. Auch die Anzahl der Nutzer und Reviews können Aufschluss über die Autorität der sprachgesteuerten Apps geben.


Zuvor erwähnte Sicherheitshäkchen können auch beim Router gesetzt werden, sodass er autark auftritt und alle Daten in deinem Heimnetz bleiben. Möglicherweise muss so auf manche Komfortfunktionen, wie die Fernsteuerung eines Gerätes über das WLAN-Netz verzichtet werden, aber der Sicherheitsgrad kann deutlich erhöht werden.


Was ist bei anderen Anbietern beim Datenschutz zu beachten?


Nicht alle Smart Home Systeme sind von Grund auf anfällig für Datenlecks. Systeme, die keine Daten an eine Cloud schicken und ohne Netzwerkanbindung agieren sind weniger risikobehaftet.

Bei den restlichen Alternativen ist ein wichtiger Punkt, die Art der Verschlüsselung, der die verarbeiteten Daten unterliegen. Bei Kommunikationsfunktionen und Datenübertragung kommt häufig eine AES-Verschlüsselung oder End-to-End-Verschlüsselung zum Einsatz, bei denen die Ver- und Entschlüsselung nicht auf einem Server, sondern am Start- und Endgerät stattfindet, sodass der gesamte Weg dazwischen geschützt ist. Billigere Systeme kommunizieren allerdings häufig unverschlüsselt über Funk und machen sich so angreifbar. Versichern Sie sich, dass Ihre Smart-Home-Geräte die Möglichkeit besitzen, Software- und Sicherheitsupdates durchzuführen, sodass sie stets auf dem neuesten Stand sind und Sie bei Problemen auf den Kundensupport zurückgreifen können. Auch dies ist bei No-Name Herstellern häufig nicht gegeben. Die Daten landen früher oder später beim Hersteller. Bei der Investition in ein Smart Home System lohnt es sich also auf die Expertise, Transparenz und Seriosität größerer Hersteller zu vertrauen, die in der Regel versuchen, einen hohen Standard für den Datenschutz ihrer Geräte und Cloudsysteme zu garantieren und diesen kontinuierlich aktualisieren. Billige Systeme fordern dagegen möglicherweise einen Preis anderer Art. Auch, wenn es keinen einheitlichen Sicherheitsstandard gibt, sind bewährte Smart Home Systeme durchaus sicher. Wenn man sich vor dem Kauf mit dem Thema Datenschutz auseinandersetzt und sich über Möglichkeiten informiert, welche zur Sicherung seines Systems vorgenommen werden können, umso besser.

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