Die neuen Smart Home Entwicklungen: Sind das die Standards der Zukunft?

Aktualisiert: März 30


Das Smart Home wird in Zukunft noch innovativer und intelligenter.
(Bild: R Architecture - Unsplash)

Wer momentan ein Smart Home System in den eigenen vier Wänden integriert hat, benötigt noch eine manuelle Konfiguration der Geräte. Wenngleich die Steuerung der Komponenten anhand von Sprach- oder App-Steuerung bereits sehr komfortabel ist, so ist der menschliche Eingriff dennoch unerlässlich, damit die meisten Komponenten so fungieren, wie man es sich vorstellt. Selbst Teilautomatisierung erfordert, dass im Voraus Prozesse definiert werden, die dann aber immerhin ohne späteren Eingriff vonstatten gehen können.

Oft findet man lustige Videos darüber, wie sich Menschen vor beispielsweise 50 Jahren das Jahr 2000 vorgestellt haben. Fantasien über schwebende Autos wurden hier für ebenso möglich gehalten wie menschenähnliche Androiden, welche unter uns leben – dass wir heute weit von solchen Szenarien entfernt sind, wissen wir nun. Versuchen wir also einen kurzen realistischeren Blick auf das zu werfen, was uns im Bereich intelligentes Wohnen erwartet, ohne uns zu sehr in unserer Fantasie zu verlieren.


Smart Home und Machine Learning


Soll sich im Smart Home tatsächlich eines Tages der Vollautomation angenähert werden, so wird das Konzept des maschinellen Lernens dafür unerlässlich sein. Für manche mag die Idee des „zu intelligenten“ Eigenheimes unheimlich klingen, doch muss das gar nicht der Fall sein. Man könne schließlich argumentieren, dass ein halbwegs eigenständig denkendes Smart Home Lernprozesse innerhalb des eigenen Systems durchführt und es somit obsolet werden könnte, Nutzungsdaten gezwungenermaßen an die Hersteller zu versenden, die diese Informationen dann zur manuellen Verbesserung ihrer Technologie verwenden würden.

Machine Learning bedeutet so viel wie die Sammlung von Daten und der Versuch einer künstlichen Intelligenz, Muster in diesen Datensätzen ausfindig zu machen. Diese Muster können dann dazu dienen, Vorhersagen zum Nutzerverhalten zu treffen und daraus Handlungsimplikationen zu entwickeln. Die manuelle Eingabe spezifischer Instruktionen spielt dann keine Rolle mehr und der Computer kann eigenständig bestimmen, was er in gewissen Situationen zu tun hat

Wodurch werden die Daten für diesen Lernprozess generiert? Die Antwort auf diese Frage ist simpel – Eingaben durch Apps, Fernbedienungen oder Sprachbefehle, die an das System übermittelt werden, liefern Material für einen solchen Datenpool. Werden zwei Befehle zum Beispiel immer in Kombination miteinander ausgeführt wie „schalte das Licht aus“ und „schalte die Heizung aus“, so könnte eine KI das Muster irgendwann wahrnehmen und beide Befehle selbstständig vereinen.


https://www.youtube.com/embed/n1-TssnlE5A?feature=oembed; (Quelle: YouTube)


Dass nicht alle Vorstellungen über das Wohnen der Zukunft aus der Science-Fiction Kiste gegriffen wurden, ist in diesem Video aus dem Jahre 1989 zu sehen.



Wie der Mensch und das intelligente zu Hause miteinander interagieren werden


Experten sagen eine viel stärkere Immersion des Menschen im sogenannten Internet of Things hervor. Im Klartext bedeutet dies, dass sich Menschen vermehrt in Umgebungen befinden werden, in denen untereinander vernetze Geräte deren Alltag beeinflussen und vereinfachen. Die Idee der Antizipation dessen, was wir brauchen oder wollen, durch eine künstliche Intelligenz wird möglicherweise immer realer bzw. ist bereits Realität. Schließlich begegnen uns bereits alltäglich Algorithmen wie die von YouTube, die aufgrund der Analyse des individuellen Nutzerverhaltens schon unfassbar gut einschätzen können, was der Konsument sehen möchte. Anhand dessen werden dann Videovorschläge geliefert. Im Smart Home hingegen könnten Algorithmen Verhaltensmuster erkennen und entsprechend agieren. Im Badezimmer angebrachte Sensoren könnten so z.B. unseren Gesundheitszustand einschätzen und Krankheiten, die sich beim Bewohner anbahnen, vorhersagen. Des Weiteren werden Roboter nicht nur das Saugen und Putzen im Haushalt übernehmen, sondern zusätzliche Aufgaben wie etwa das Kochen weitgehend automatisieren. All solche Ideen kumulieren letztlich im Konzept des „Smart Homes“ im wahrsten Sinne des Wortes, welches über simple Gadgets und Extras hinaus geht.

Je mehr unsere Smart Homes über uns lernen, umso wichtiger wird aber auch der Schutz vor Gefahren durch die Außenwelt. Smart Homes könnten dann vermehrt Ziele von Hackerangriffen oder Ähnlichem werden. Dass Hersteller ein großes Interesse am Schutz ihrer Kunden haben und ihre Smart Home Systeme so sicher wie möglich gestalten wollen, ist jedoch so gut wie gesichert. Schließlich können negative News über Sicherheitslecks oder gar Hackerangriffe fatale Folgen für die Reputation einer Firma und der Akzeptanz der Verbraucher gegenüber Smart Homes im Allgemeinen haben. Auch die Politik wird sich dem Thema sicherlich vermehrt widmen. Technologischer Fortschritt erfordert die Anpassung rechtlicher Rahmen, um den Schutz von beispielsweise Nutzerdaten besser gewährleisten zu können. Zuletzt ist dies im Jahre 2018 in Form der neuen Datenschutz Grundverordnung geschehen, in der Datenschutzanpassungen vorgenommen wurden, die im Zuge des technologischen Wandels dringend notwendig geworden sind.


In Zukunft werden vermehrt Roboter im Smart Home vorzufinden sein.
(Bild: Fitore F - Unsplash)

Auch humanoide Roboter, oder zumindest Körperteile, wie Roboterarme können in Zukunft häufiger in Haushalten zu finden sein.



Welche interessanten Smart Home Zukunftskonzepte gibt es?


Viele weitere Ideen bahnen sich an. Diese befinden sich zwar teils noch in Konzeption, könnten aber zukunftsträchtig sein. Mini Mikrofone, die im ganzen Haus integriert sind, könnten die stationären Smart Speaker irgendwann ergänzen, um eine Sprachsteuerung von überall in den eigenen vier Wänden zu gewährleisten. Duschen passen Wassertemperaturen automatisch oder per Sprachbefehl auf die Ansprüche der Person an. Anhand von Personen-Erkennungs-Mechanismen, weiß die Dusche, dass Bewohner A gerne heiß duscht und Person B lieber einen kalten Schauer präferiert.

Vielerorts, besonders in Großstädten, wird Wohnraum immer knapper, wodurch das komfortable Leben in kleinen Wohnungen für viele Menschen ein wichtiges Thema ist. Die effiziente Nutzung der begrenzten freien Fläche, ist daher von hoher Priorität. Denkbare Konzepte für Hersteller beinhalten die Kreation von Möbelstücken wie Betten oder Sofas, die Form und Funktion auf Befehl verändern können. So könnte sich ein Bett automatisch in eine Wand einklappen und somit mehr Platz bieten.





Was treibt die technische Innovation im Bereich Smart Home an?


Träger dieser Zukunftsvisionen werden vornehmlich zwei Kernaspekte sein. Einerseits der wachsende Markt für Smart Homes, der immer mehr Hersteller für Smart Home Systeme und Komponenten hervorbringen wird. Das sollte sowohl für Konkurrenz sorgen als auch der Innovation im Bereich Smart Home zugutekommen. Es entstünden aber nicht nur Konkurrenzszenarien, sondern auch Kooperationen könnten sich herauskristallisieren, die für Netzwerkeffekte sorgen. Die noch starke Fragmentierung auf dem Smart Home Markt, die dazu führt, dass es mehr Insellösungen als kompatible Systeme verschiedener Hersteller gibt, ist schließlich noch ein Stein auf dem Weg zur schnellen Weiterentwicklung.

Bis das Konzept Smart Home die Eigenheime Deutschlands durchdrungen hat ist noch etwas Strecke zurück zu legen. Architekten planen Neubauten bereits mit der Implementierung von Smart Home Systemen und den dafür notwendigen Komponenten. Das macht bisher aber nur einen Bruchteil der deutschen Wohnungen und Häuser aus. Schließlich sind die meisten bestehenden Gebäude noch alles andere als Smart. Auch hier lassen sich Smart Home Lösungen natürlich problemlos integrieren, wodurch in Zukunft nicht nur Bewohner von Neubauten in den Genuss des intelligenten Wohnens kommen werden.


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