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Ihr eigenes Smart Home einrichten – Ein Guide für den Einstieg


Ein Hier erhalten Sie einen Anfänger-Guide zum Einrichten Ihres Smart Homes.

Smart oder nicht smart lautet heute immer öfter die Frage, wenn es um die Gestaltung der eigenen vier Wände geht, denn Smart Home ist kein flüchtiger Trend oder bloße Technikspielerei mehr, sondern hat längst den Weg in viele Haushalte gefunden.

Was Sie beachten sollten, wenn Sie ins intelligente Wohnen einsteigen wollen, können Sie hier nachlesen.


Neben dem rasant wachsenden Markt für intelligente Gebäudetechnik, ist auch das Interesse in der breiten Bevölkerung gerade in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und die anfängliche Skepsis hat sich zunehmend in Neugier und schließlich in die Überzeugung verwandelt, dass Smart Home Lösungen in Zukunft selbstverständlich sein werden. Dem stimmen knapp zwei Drittel der Deutschen bereits zu und bis 2024 wird in Deutschland ein Anstieg auf rund 14,2 Millionen Haushalte mit Smart Living prognostiziert.

Eine wachsende Nachfrage bedeutet ein gleichsam wachsendes Angebot. Auf dem Markt gibt es bereits viele etablierte Smart Home Lösungen sowie ständig neue technische Innovationen. Außerdem basieren diese auf verschiedenen Kommunikationsstandards und gestalten sich in ihren Kosten zusätzlich sehr unterschiedlich. Die Ausstattung des eigenen Smart Homes richtet sich daher besonders nach den eigenen Funktionsanforderungen und den finanziellen Mitteln. Spezifische Voraussetzungen muss das Eigenheim dafür eigentlich nicht mitbringen.


Wer z.B. schon eine WLAN-Verbindung zu Hause hat, kann aus einem umfangreichen Pool an Produkten schöpfen und mit der ersten Einrichtung beginnen. Einer der großen Vorteile am Smart Home ist die konstante Erweiterbarkeit des eigenen Systems. Wer von Anfang an voll ausgestattet sein möchte, der kann dies mit ein wenig Planung ruhig umsetzen. Wer jedoch vorerst nur einen kleinen Vorgeschmack auf das Potential eines Smart Homes möchte, der fängt ruhig klein an. Schließlich sind viele Systeme in der Regel ohne größere Umstände erweiterbar. Nach und nach bemerkt man so die zahlreichen Möglichkeiten, die einem ein Smart Home bietet.



Hier bieten wir Ihnen einen Smart Home Guide für die Einrichtung Ihres Smart Homes.
(Bild: Binyamin Mellish - Pexels)

Ein Vorteil von Smart Home: Viele Systeme kann man nach und nach erweitern. Eine umfassende Planung von Anfang an ist also nicht notwendig.


Vorteile mit Smart Home


Ein Smart Home oder auch Connected Home besteht aus einem Netz unterschiedlicher technischer Geräte, die über eine Zentrale miteinander kommunizieren und somit einzelne Handlungen oder ganze Reaktionsketten (sog. Routinen) ausführen können. Ein kompatibles Smart Home System kann üblicherweise über Fernbedienungen, die Hersteller-App oder einen Sprachassistenten gesteuert werden. So veranlasst beispielsweise die Weckfunktion vom Sprachassistenten, dass die smarte Lampe im Schlafzimmer heller wird oder der Rollladen automatisch hochfährt, die Lieblingsplaylist per Lautsprecher in der Küche läuft und sogar die vernetzte Kaffeemaschine pünktlich um 7:00 morgens den ersten Kaffee kocht. Schließlich kann man nicht nur bestimmen wie smart das Zuhause sein soll, sondern es auch ganz individuell an die täglichen Routinen und Bedürfnisse anpassen. Worauf legt man im häuslichen Alltag wert? Sei es Komfort, Gebäudesicherheit oder effizientes Energiemanagement – Smart-Home kann genau dort unterstützen, wo man es braucht.


Gebäudesicherheit

Ein Smart Home erlaubt mehr Kontrolle über die Sicherheit des eigenen Zuhauses, egal ob man sich in den eigenen vier Wänden aufhält oder unterwegs ist, denn per App kann man auch aus der Ferne immer nach dem Rechten sehen. Beispielsweise erhält man eine Warnmeldung aufs Smartphone, wenn ein Bewegungsmelder oder ein Fensterkontakt bei einer Erschütterung automatisch die Beleuchtung anschaltet oder man simuliert über eine Routine die eigene Anwesenheit, um ungebetene Besucher zu vermeiden, während man verreist ist. Überwachungskameras oder schlüssellose Türschlösser können hier verknüpft werden. Aber auch anderen Umwelteinflüssen kann durch Smart-Home Lösungen vorgebeugt werden. Durch einen intelligenten Gas- oder Rauchmelder lässt sich beispielsweise der Ursprung der Rauchentwicklung schneller orten und Wassersensoren können auf eine kaputte Rohrleitung oder Schimmelbildung hinweisen.


Wohnkomfort und Entertainment

Der zusätzliche Komfort ist bei 56% der Deutschen das Hauptnutzungsmotiv für ein Smart-Home System. Im Wesentlichen nimmt einem ein Smart Home Arbeit ab und kann viel Zeit und Stress sparen, indem es sich um die banalen, aber oft energieraubenden Aufgaben des Alltags kümmert. Haushaltsroboter wie intelligente Staubsauger, Wisch- und Mähroboter, sind praktische und bequeme Lösungen. Die gewonnene Zeit kann man währenddessen mit den neuen Möglichkeiten des Entertainments genießen, die ein vernetztes Zuhause bietet. Der Smart-TV gehört in Deutschland beispielsweise zu den meistgenutzten Smart Home Geräten. Über Smart-TVs kann das gesamte mediale Angebot, von Online Videotheken über Games bis zu Musikstreaming-Diensten, bedient werden. Wenn das Licht, die Rollläden und die Lautsprecher verknüpft sind, muss man für einen idealen Filmabend nicht einmal mehr von der Couch aufstehen.


Effizientes Energiemanagement

Mit dem wachsenden Bewusstsein für Nachhaltigkeit, wächst auch das Angebot an Smart Home Geräten, die Strom- und Energieverbrauch im Blick behalten. Allem voran bei der smarten Licht- und Heizsteuerung. Intelligente Thermostate reagieren auf Bewegungen, Tageszeit oder Temperaturschwankungen und fahren den Heizkörper beim Öffnen eines Fensters oder bei Verlassen des Hauses beispielsweise runter. In Wintermonaten ist das Wohnzimmer schon warm, wenn man aus der Arbeit kommt. Dabei können auch andere Elektrogeräte oder von einem vernetzten Zähler identifizierte Stromfresser in den Energiesparmodus gefahren oder direkt ausgeschaltet werden. Über die App kann man auch unterwegs sicher gehen, ob denn wirklich alle Lichter im Haus ausgeschaltet wurden.



Ihr Alltag – Ihr Smart Home

Die Optimierung und Entlastung des Alltags in den unterschiedlichsten Bereichen ist also stets die Kernleistung eines Smart Homes - und das ganz persönlich auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Weitere Vorteile sind zum Beispiel die erleichterte Barrierefreiheit oder das Gesundheitstracking für ältere Generationen sowie die Wertsteigerung einer Immobilie.



Die Steuerung von Smart Home Geräten kann per Sprachsteuerung, Fernbedienungen oder per Handy-App erfolgen.
(Bild: picjumbo.com von Pexels)

Die Bedienung Ihrer Smart Home Geräte erfolgt einfach über Sprachbefehle, Fernbedienungen oder per App auf dem Handy.



Was Amazon, Apple & Google Smart Speaker gemeinsam haben


In ihrem Funktionsumfang sind die Lösungen der drei Tech-Giganten ähnlich. Sie ermöglichen alle eine Fernsteuerung und können anhand von Routinen Automation bewerkstelligen. Im Klartext bedeutet dies die Integration von Wenn-Dann-Abfolgen, welche man nach eigenem Belieben selbst konfigurieren kann. Zur Absicherung sollte man sich bei der Wahl von Smart Home Geräten vorher über Kompatibilitäten zu den Smart Speakern informieren. Hersteller kommunizieren dies meistens sehr klar. Wem hohe Flexibilität, leichte Erweiterbarkeit und ein schneller Einstieg in Smart Home wichtig sind, der fährt mit den genannten sprachassistenzbasierten Lösungen sehr gut. Datenschutzbedenken kommen in diesem Zusammenhang nicht zu Unrecht auf. Welche Maßnahmen Sie aber zum Schutz Ihrer persönlichen Daten ganz einfach ergreifen können, können Sie hier nachlesen.


Amazon Echo

Amazons Geräte kommen mit integrierter Alexa App, welche auf diverse herstellereigene sowie Dienste von Drittanbietern zugreifen kann. Mittlerweile basiert ein großes Produktportfolio auf der smarten Sprachassistentin, die über ihre praktischen Skills hinaus auch leicht das zentrale Steuerungselement eines Smart Homes darstellen kann. Selbst Dritthersteller integrieren Alexa bereits nativ in ihren Lautsprechern. So unterstützen z.B. diverse Bose Speaker die Sprachassistentin von Amazon.

Zunächst gibt es die klassischen Echo-Lautsprecher, welche in verschiedenen Größen und Designs erhältlich sind. Die Geräte unterscheiden sich dabei vielmehr in ihrer Klangqualität als im Funktionsumfang. Die kleineren Modelle stehen den größeren in Sachen Intelligenz und Funktionalität nämlich in nichts nach, was die Steuerung des eigenen Smart Homes ohne Abstriche möglich macht.

Zu den kleinen, preisgünstigeren Modellen gehören das Echo Dot für etwa 60 Euro oder die Echo Flex Modelle für etwa 30 Euro. Letztere sind direkt an der Steckdose anzubringen und sind hierdurch platzsparend, was sich besonders für kleine Räume gut eignet. Sinnvoll kann eine Anschaffung vor allem dann sein, wenn man mehrere Zimmer mit Sprachassistenz abdecken möchte. Auf diese Weise kreiert man ein sogenanntes Multiroomsystem. Rüstet man zu einem späteren Zeitpunkt mit besseren Echo-Modellen nach, können die alten problemlos als Zweitgeräte genutzt werden. Wem eine solide Klangqualität wichtig ist, der greift zum klassischen Amazon Echo dessen UVP bei 100 Euro liegt. Klangliebhaber erwägen gar den Kauf eines Amazon Echo Studio, welches für knapp 200 Euro über seine smarten Funktionen hinaus Hi-Fi-Sound bietet.

Immer beliebter wird auch Amazons Echo Show Reihe, welche den Lautsprecher um ein Display ergänzen und somit Inhalte zusätzlich visuell darstellen können. So können z.B. Videos, Rezepte, oder ein Bedienfeld für verbundene Smart Home Geräte auf dem Bildschirm gezeigt werden. Darüber hinaus findet sich auch hier ein integriertes ZigBee Hub. Preislich liegen die verschiedenen Versionen des Echo Show in einem Spektrum von ca. 90 - 260 Euro und unterscheiden sich in Display- und Lautsprechergröße.


Die Amazon Smart Speaker für Ihr Smart Home gibt es in unterschiedlichen Größen und Preisklassen.
(Bild: Amazon)

Die Amazon Echo Smart Speaker gibt es in vier verschiedenen Größen. Den kleinsten Speaker (nicht im Bild) steckt man einfach direkt in die Steckdose.



Google Home

Seit 2017 mischt auch Google in Deutschland auf dem Markt für Digitale Assistenten mit und stellt Amazons größte Konkurrenz im Bereich Smart Speaker dar. Was die Quantität der smarten Funktionen und Kompatibilitäten mit Drittherstellern angeht, reiht sich Google noch minimal hinter Amazon ein, hat den Vorsprung in den letzten Jahren aber stark verkürzen können, denn die Liste kompatibler Smart Home Geräte ist mittlerweile lang und erweitert sich bisweilen konstant. Vielen Erfahrungsberichten zufolge funktioniert Google bei wissensbasierten smart Funktionen sogar besser als die Konkurrenz - sicherlich konnte Google hier aus dem eigenen Kerngeschäft profitieren. Die Produktvariationen der Google Nest bzw. Google Home Lautsprecher sind dem Portfolio von Amazon hingegen sehr ähnlich – sowohl funktionstechnisch als auch preislich.

Auch hier gilt: Dadurch, dass diese cloudbasiert sind, ist der Funktionsumfang unabhängig vom gewählten Modell. Ein günstiges Einsteigermodell bietet Google mit dem Nest Mini für etwa 57 Euro. Mit dem klassischen Nest Audio kann man für etwa 97 Euro von einem größeren Klangkörper und somit besserem Sound profitieren. Google Home Max bietet für ca. 291 Euro schlussendlich das beste Klangerlebnis. Falls Stereo Sound gewünscht ist, was übrigens auch bei Apple und Amazon möglich ist, lassen sich mehrere Speaker miteinander kombinieren. Wer auch auf visuelle Interaktion mit seinem Gerät nicht verzichten möchte, dem bietet Google mit Nest Hub einen Lautsprecher mit integriertem 7-Zoll Display zu einem Preis von ca. 87 Euro. Der große Bruder des Nest Hub mit größerem Display ist in Deutschland bisweilen noch nicht erhältlich.



Google Smart Speaker gibt es in verschiedenen Größen und Preisklassen für Ihr Smart Home.
(Bild: Google)

Google bietet Smart Speaker in drei verschiedenen Größen bzw. Preisklassen.


Apple Homekit

Auch Apple bietet mit Homekit eine Alternative zur Steuerung des eigenen Smart Homes. Die Smart Speaker Funktion wird mit dem hauseigenen HomePod gewährleistet. Technisch kann der intelligente Lautsprecher durch Klangqualität, Raumerkennung und gutes Sprachverständnis überzeugen, doch zeichnen sich auch Schwachpunkte ab. Gegenüber der Konkurrenz zeigt sich Smart Assistant Siri anscheinend „weniger Smart“ und auch die eingeschränkte Gerätekompatibilität limitiert den Nutzer in der Geräteauswahl. Das ist aber auch nicht ungewollt. Apple betont hohe Qualitätsanforderungen an Produkte von Drittherstellern. Qualität soll also hier über Quantität stehen, denn das Unternehmen versucht Kompatibilität nicht um jeden Preis zu forcieren. Was die Verbindung zu Mobilgeräten betrifft, so funktioniert der HomePod, fast schon typisch für Apple, nur mit iOS-Geräten. Des Weiteren bewegt sich Apple preislich mit etwa 330 Euro deutlich über der Konkurrenz. Die zweite Generation des Ausgangsmodells befindet sich momentan in Entwicklung. Der HomePod Mini, der mit knapp unter 100 Euro nicht nur für Apple-Verhältnisse, sondern auch für seinen Funktionsumfang preisgünstig ist, ist seit Anfang November 2020 erhältlich.

Apple bietet für Ihr Smart Home den HomePod an.
(Bild: Apple)

Das Herzstück eures HomeKits ist der HomePod. Mittlerweile gibt es ihn auch als preisgünstige Mini-Version




Die Komponenten eines funktionierenden Smart Home Systems


Die Wahl des Hubs bzw. Steuerungssystems

Ein Hub, oder Gateway stellt das Gehirn des Smart Homes dar. Es stellt den Informationsaustausch zwischen den Geräten sicher und ist für die Konfiguration sowie Steuerung der mit dem Netzwerk verbundenen Geräte zuständig.


Smart Speaker mit Sprachassistent

Bei Einsteigern besonders beliebt sind Sprachassistenten, die wie ein solches Hub fungieren. Sie kommunizieren vorwiegend über WLAN und sind cloudbasiert. Letzteres bedeutet, dass sie unabhängig von Größe und Modell fast denselben Funktionsumfang haben, da Reaktionen auf Sprachbefehle extern verarbeitet werden. Fast jeder Haushalt besitzt heutzutage WLAN, wodurch die Implementierung so gut wie überall möglich ist. Neuere Generationen bekannter Smart Speaker Modelle implementierten aber auch andere Funkprotokolle wie ZigBee – dazu später mehr. Die hohe Akzeptanz gegenüber den Sprachassistenten ist zwei wichtigen Kernaspekten zu verdanken: Sie erlauben eine hochintuitive Steuerung – entweder per Sprachbefehl oder mithilfe der mitgelieferten App. Zweitens sind sie zu einer konstant wachsenden Anzahl von Drittherstellerprodukten kompatibel. Besonders etabliert haben sich hier Amazons Alexa oder der Google Assistant. Auch Apples Lösung Homekit darf sich zunehmender Beliebtheit erfreuen.


Offene „Systeme“ und Funkstandards

Offene Smart Home Systeme sprechen mehrere Funksprachen und können somit auch mit Geräten verschiedenster Anbieter kommunizieren.

Auf dem Smart Home Markt existieren eine Vielzahl gebräuchlicher Funkstandards. Jeder einzelne unter ihnen bietet verschiedene Vor- und Nachteile. Herstellereigene Standards wie z.B. EnOcean sind unmittelbar für die Anwendung im Smart Home konzipiert und sind besonders energiesparend. Unter einer Vielzahl weiterer Möglichkeiten befinden sich die Kommunikationsstandards ZigBee und Z-Wave, welche mithilfe von Meshnetzwerken kommunizieren und Funksignale somit nicht über die Zentrale leiten müssen. Dies führt zu einer besseren Kommunikation zwischen den Geräten im Smart Home.

Häufig verwendete Standards auf dem Smart Home Markt sind also z.B. Z-Wave, ZigBee, EnOcean oder schlicht WLAN. Wo erstere z.B. mit geringerem Stromverbrauch punkten können, kann WLAN beispielsweise aufgrund seiner Verbreitung in fast allen Haushalten sehr leicht implementiert werden. Verschiedene Funksprachen gehen also mit verschiedenen Vor- und Nachteilen einher. Offene Systeme auf dem Smart Home Markt von etablierten Herstellern sind z.B. Bosch Smart Home, Devolo Home Control oder das Magenta Smart Home System, um ein paar Namen zu nennen.

Die zuvor genannten Smart Speaker funktionierten bisher oft ausschließlich über WLAN. Jeder, der den Funkstandard regelmäßig zum Surfen oder Ähnlichem nutzt, weiß, dass es mal zu Störungen kommen kann. Dieser Schwäche sind sich die Hersteller bewusst, weswegen neuere Modelle der verschiedenen Smart Speaker weitere Funkprotokolle unterstützen. Schließlich sollen Nutzer im Smart Home nicht aufgeschmissen sein, wenn es zum Ausfall des Internets kommen sollte. So unterstützt beispielsweise die aktuelle 4. Generation des Amazon Echo auch Geräte, die über den ZigBee Standard kommunizieren. Apples neuer HomePod Mini unterstützt Bluetooth Mesh und Thread. Die Einbindung weiterer Standards kommt also der Kompatibilität sowie einer höheren Energieeffizienz zugute.


Bussysteme

Sogenannte Bussysteme z.B. auf Basis des KNX-Standards, nutzen keinen Funk für den Informationsaustausch, sondern kommunizieren über Verkabelung zwischen den verschiedenen Komponenten. Sensoren und Aktoren werden über Busleitungen direkt verbunden. Die Geräte sind dadurch besonders resistent gegenüber Ausfällen und funktionieren auch ohne eine zentrale Steuerungslogik. Die kabelbasierte Implementierung ist jedoch mit hohen Kosten und Expertise verbunden. Sie sollte daher in der Regel nur von Spezialisten auf dem Gebiet vorgenommen werden. Des Weiteren sind zur Umsetzung oft starke manuelle Eingriffe nötig, was für Neubauten i.d.R. unproblematisch ist, sich aber für Nachrüstungen von Altbauten nicht gut eignet. Einsteiger, die nach einem einfachen Zugang zum Thema Smart Home suchen, sollten vielleicht lieber zu den flexibleren Funklösungen greifen. Experten auf dem Gebiet, mit höherer Zahlungsbereitschaft erwägen die Implementierung eines Bussystems


Geschlossene Systeme

Wird im Smart Home Kontext von geschlossenen oder proprietären Systemen gesprochen, dann handelt es sich um jene Systeme, die von einem einzigen Hersteller kommen. Kompatibilität wird aufgrund der Nutzung verschlüsselter firmeneigener Funkprotokolle „künstlich“ eingeschränkt. Die im System integrierbaren Komponenten kommen daher auch meist nur aus einem Hause, was den Nutzer in der Produktwahl einschränkt. Entschädigt wird man jedoch durch höhere Sicherheit und eine reibungslose Funktionalität.


Sensoren

Das Gehirn steuert die Gesamtheit des Systems, doch woher bekommt es seine Inputs? Jene können einerseits manuell vom Nutzer kommen, was beispielsweise sinnvoll für Routinevorgänge ist, die immer zur selben Uhrzeit und nach demselben Muster passieren sollen. Will man zu Hause jedoch Automation erreichen, benötigt man hierfür Sensoren. Sie sollen Sinneseindrücke aus der Umgebung wahrnehmen und Signale als Informationen zur Verarbeitung weiterleiten. Die Signale kommen anschließend bei den Aktoren an, welche die gewünschte Funktion schließlich ausführen. Sensoren befinden sich oft im Lieferumfang vieler smarter Geräte, was aber nicht immer der Fall ist. Es existiert eine Vielzahl verschiedenster Sensoren. So gibt es zum Beispiel Bewegungssensoren, welche die Präsenz einer Person wahrnehmen können. Tür- und Fenstersensoren können der Sicherheit und Energieeffizienz im Smart Home dienen, indem Sie (un-)verschlossene Fenster und Türen wahrnehmen. Zur Absicherung des Eigenheims dienen auch Erschütterungssensoren zur Diebstahlsicherung. Wassersensoren können Wasserschäden schon früh erkennen und smarte Rauchmelder benachrichtigen einen bei Rauchbildung, auch wenn man gerade nicht zu Hause ist.


Ihr Smart Home nachrüsten


Den letzten Punkt, den wir ansprechen wollen, ist das Thema Nachrüstung. Aufgrund der Plug-and-Play-Logik können funkbasierte Smart Home Systeme auch im Nachhinein nach Belieben erweitert und aufgerüstet werden. Anders als bei den angesprochenen Bussystemen kann die Implementierung weiterer Geräte nahtlos und ohne die Hilfe eines spezialisierten Elektrikers erfolgen. Der Installationsvorgang an sich ist also mit keinem großen zeitlichen, geschweige denn finanziellen Aufwand verbunden. Entscheidend ist aber, sich darüber zu informieren, ob gewählte Produkte mit dem eigenen System kompatibel sind.

Intelligent nachrüstbar sind auch konventionelle Geräte, die noch nicht „Smart“ sind. Sie kriegen z.B. mithilfe von preisgünstigen WLAN-Steckdosen ein solches Smart-Upgrade. Angeschlossene Geräte lassen sich dadurch auch bequem aus der Ferne steuern. Über einen Befehl lassen sie Stromfluss entweder zu oder unterbinden diesen. Auch WLAN-Lampen bzw. Glühbirnen kann man bereits ab unter 20 Euro erwerben. Das Spektrum für Geräte im Smart Home hat sich in den letzten Jahren stark erweitert und betrifft alles Erdenkliche – von schlichter Beleuchtung bis hin zur Spülmaschine.


Fazit


Sowohl erfahrene Leute, die sich mit dem Thema schon auseinandergesetzt haben, als auch Einsteiger können Spaß und Interesse am Konzept Smart Home finden. Es handelt sich schon lange um keine Spielerei mehr. In der Vergangenheit war der Reifegrad vieler Smart Home Geräte bzw. Systeme für die breite Masse noch nicht hoch genug. Nun ist durch technischen Fortschritt und Entwicklung endlich die Zeit gekommen, in der viele Nutzer die Zugänglichkeit und den Nutzen zunehmend wertschätzen. Marktprognosen indizieren hohe Wachstumsraten für die Sparte. Forschung, Netzwerkeffekte und Kooperationen werden die Erlebnisqualität im Smart Home somit auch in Zukunft nachhaltig steigern.

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