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Smart Facility Management - eine Branche der Zukunft

Intelligentes Wohnen wird in den letzten Jahren immer beliebter und somit ziehen smarte Geräte immer häufiger in private Haushalte ein. Gleichzeitig werden immer mehr Konzepte für vernetzte Städte entwickelt, wie Sie in unserem Beitrag zu Smart Cities nachlesen können.

Um solche Konzepte wirklich umsetzen zu können, reicht es jedoch nicht, wenn sich nur Privatpersonen mit ihren Wohnungen oder Häusern beteiligen. Alle müssen ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Stadt leisten. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich auch Unternehmen beteiligen, indem beispielsweise ihre Gebäude nachhaltiger und fortschrittlicher werden. Hier kann Smart Facility Management einen großen Beitrag leisten.


Was genau das ist, was es bewirkt und welche Anwendungsbereiche es gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Glasfront eines Gebäudes
Bild von Digital Core - Pexels

Definition


Smart Facility Management, auch Facility Management 4.0 genannt, bezeichnet „die Digitalisierung von Nutzerprozessen und von Gebäuden an sich. Das Gebäude selbst wird mittels IoT und Sensorik digital.“ – so beschreibt es Geord Stadlhofer, Vize-Präsident der IFMA Austria. IoT steht für „Internet of Things“ – das Internet der Dinge. Es bezeichnet einen Sammelbegriff für Technologien, die es ermöglichen, physische und virtuelle Objekte miteinander zu vernetzen und sie zusammenarbeiten zu lassen. Damit können Gebäude bedarfsgenauer und effizienter bewirtschaftet werden. Dabei bieten IoT-basierte Technologien einen vielfältigen Mehrwert: Sie kümmern sich zum Beispiel um optimales Raumklima, bestmögliche Sicherheit und funktionierende technische Infrastruktur. Für das Facility Management bedeutet dies, dass neue Anwendungsbereiche entstehen und bereits bestehende digitalisiert werden, wie beispielsweise die Heizung/Kühlung, die Luftqualität, die Wasserversorgung oder die Zutrittskontrolle. Auch die Zusammenarbeit mit externen Gebäudedienstleistern bleibt weiter erhalten, wird aber über funkgesteuerte Sensoren und Cloud-Plattformen geregelt. Facility Manager können so die gesamte Anlage im Blick behalten, ohne immer vor Ort sein zu müssen, da Algorithmen die Messdaten kontinuierlich auswerten und Störungen direkt an den zuständigen Empfänger übermitteln. Durch das Monitoring der Messdaten wird nicht nur die Steuerung vereinfacht, sondern es erfüllt noch einen anderen Zweck: Durch die gesammelten Daten können Rückschlüsse auf die gesamte Gebäudenutzung gezogen werden, was es ermöglicht den genauen Optimierungsbedarf zu identifizieren. So werden nicht nur kurzfristig Kosten gespart, sondern das Gebäudemanagement gezielt weiterentwickelt.


Anwendungsbeispiele – Wie IoT das Facility Management smart macht


Smart Maintenance


Smart Maintenance ist die Grundlage für intelligente digitale Überwachung von Produktionsanlagen und Gebäudetechnik. Durch Sensoren generierte und anschließend ausgewertete Daten wird eine effizientere Ausrichtung der Instandhaltungsstrategie möglich. Dadurch werden Stillstände vermieden, die Anlagenverfügbarkeit erhöht und Instandhaltungskosten sowie administrative Aufwände gleichzeitig minimiert.


Digitale Gebäudereinigung


Die IoT-Technologie bietet hier ein großes Potential zur Optimierung von Reinigungsprozessen. So werden beispielsweise Seifenspender, Abfalleimer und Papierhandtuchbehälter mit Sensoren ausgestattet. Im Toilettenbereich erfassen die eingebauten Sensoren die Personenfrequenz. Die Daten und Meldungen zu den jeweiligen Füllständen können dann direkt auf das Gerät der Reinigungskraft übertragen werden, damit diese ihren Leerlauf reduzieren kann. Automatisch erstellte dynamische Reinigungspläne zeigen so auch an, in welchen Räumen erhöhter Reinigungsbedarf besteht. Zudem kommen immer häufiger Reinigungsroboter und Drohnen zum Einsatz. Roboter übernehmen beispielsweise Krankenhausdesinfizierung und die Reinigung von schwer zugänglichen Schächten und Kanälen, wohingegen Drohnen die Verschmutzung von Flächen und Dächern kontrollieren und so bei der Fassaden- und Glasreinigung unterstützen können.


Smart Building


Der Begriff Smart Building umfasst die Automatisierung und die zentrale Bedienung der technischen Ausstattung in Bürogebäuden, Flughäfen, Einkaufszentren oder Fertigungshallen. Hier ist der zentrale Punkt die energetische Optimierung des Gebäudes. Das intelligente Gebäude der Zukunft ist mit Hilfe der smarten Analyse der zuvor erhobenen Daten in der Lage, vorausschauend zu agieren – also zu antizipieren, statt nur zu reagieren. Hierfür ist die intelligente Analyse der Daten aus der Sensorik und das Monitoring der technischen Systeme unverzichtbar. Durch smarte, IoT-gesteuerte Steuer- und Sensortechnologie ist es so auch möglich den Energieverbrauch auch bei älteren Häusern zu senken. Was man hierfür brauchen und wie viel Sie sparen können, erfahren Sie in unserem Beitrag zu smartem Energiesparen.



Herausforderungen


Wie bei allen smarten Technologien gibt es auch im Facility Management 4.0 Herausforderungen, die gemeistert werden müssen. So ist es zum Beispiel sehr wichtig, dass die Digitalisierung der Gebäude „sauber durgeführt wird, damit sie auch wirklich den gewünschten Effekt hat“, wie es Georg Stadlhofer betont. Zusätzlich tauchen auch hier die Themen Cybersecurity und Datenschutz wieder auf. Personenbezogene Daten müssen sicher erfasst, gespeichert und verwendet werden. Auch die Innovationsbereitschaft der Unternehmen spielt eine entscheidende Rolle, welche durch den immer noch geringen Stellenwert des Facility Managements häufig gehemmt wird. Oft ist es noch so, dass Innovation schnell zu einem bürokratischen Kampf um jeden Cent wird.


Entstehung neuer Berufsbilder – Vom Facility Manager zum Data Manager


Durch den Einsatz von IoT-basierten Technologien und der damit einhergehenden Digitalisierung des Gebäudemanagements ändert sich damit auch das Berufsbild des Facility Managers selbst. Für die Planung und vor allem für die Betreuung smarter Gebäude ist die Bearbeitung von relevanten Daten essenziell, was bedeutet, dass die IT-Affinität von Facility Managern immer wichtiger wird. Sie müssen Daten des smarten Gebäudes erfassen, auswerten und interpretieren können. Das hat zur Folge, dass sich jede Person, die in diesem Bereich arbeitet, mit neuen Technologien auseinandersetzen muss.


Fazit – smartes und digitales Facility Management


Durch die Möglichkeit der Vernetzung mit Hilfe des Internet of Things ergeben sich in der gesamten Facility Management Branche neue, vielfältige, intelligente und effiziente digitale Anwendungsbereiche. Prozesse werden schlanker, fundierte Datenanalysen ermöglichen signifikante und langfristige Kostenvorteile – kurz gesagt: das Gebäudemanagement wird smart!


Doch das Potential ist noch lange nicht ausgeschöpft und wird die Branche in Zukunft entscheidend verändern, und unser alltägliches Leben ebenso!

Quellen:


- https://www.robiotic.com/de/blog/posts/facility-management-4-0-mit-iot/

- https://www.if-krankenhaus.de/fokusthemen/facility-management-4-0.html

- https://tga.at/a/warum-das-facility-management-nicht-ohne-digitalisierung-kann

- https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_der_Dinge

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